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Manche Leute träumen

Manche Leute träumen von einem Leben unter Bäumen, sie haben Geld in Fülle,

meiden deswegen harte Stühle.

Doch meistens merken sie dann bald, so nah der Erde ist´s ziemlich kalt.

Und da der Mensch nun ist bequem, die Hütte baut er sich aus Lehm.

Ist er erstmal in diesem Haus, dann ist der Traum auch bald schon aus,

da fehlt das Licht, da ist´s nicht warm, da ist er froh, dass er nicht arm,

erwacht aus seinem Bäumetraum, ganz schnell, so schnell, man glaubt es kaum.

22.10.09

Net klogn

Die Menschen woll´n immer das Beste, doch maunchmoi geht etwas daneben,

drum feiern wir die Feste wias kumman und sogn eben,

so issas hoit im Leben. De aundern de sand oft recht grauslich,

nur I bin a unschuidigs Kind, tua denan a goa nix zuleide

de zu mia so vüll grauslig sind.

Doch kummt mia do ana zu teppat dann hau I scho amoi gscheit zruck.

Ma loßt si do a net von ollen o ollawol olles gfolln.

Oba wias so iss, wos is scho gwiß?

Ob denn ois wos ma söwa tuat fia die ondern is a guat?

Drum suit ma net so vül klogn und könnt sich des manchmoi söba frogn.

31.10.09

Aktien

Jo neilich, da hob I ma Aktien kauft, holladaridio, holladio

Do sans a glei obgstürzt, de Hoar hob I ma grauft, holladaridio, holladio

Doch gengans daunn auffi, a Glaserl glei saufi, holladaridio, holladio

Doch irgendwonn, I mecht scho bittn, do muaß holt  sein irgendwo die Mittn,

dass mi des net so stert, wos passiert, mit dem wos mia ghert,holladaridio, holladio.

Net, dass I net suit schaun und blind auf ois vatraun, wos passiert mit de Moneten

sist gherat I jo zu dee Bledn, holladaridio, holladio

Oba glei bei jedn Obizittan, n´Wötuntergong wittern,und bei jedn aufikraxln,

rennanns schnölla de Haxln? Holladaridio, holladio?

Na, do bleim ma liaba cool, sitzn ruhig aufn Stuhl,

ziagn uns aun de worman Potschn und tuan des olles ruhig wotchn, holladaridio, holladio

01.11.09

Der alte Mann

Der alte Mann, so ganz allein, vermisst soviel wos so g´hört zum Sein.

Vor Jahr´n die Frau ist schon´gangen vor , er denkt sie wartet am Himmelstor.

Seit 60 Jahr´n allein in´ner Wohnung, die viel zu groß, was ist da bloß los?

Die Miete, die hob´n sie ihm jetzt erhöht, 100 Euro mehr, das ist zu blöd.

Hat nicht soviel Rente, war früher am Bau,

er muss da raus, im Mog´n wird ihm flau.

Plagt sich schon lange mit Hautkrebs rum, das ganze Leben wird ihm zu dumm.

Was ich ihm wünsche? An friedlich´n Tod,

dann ist´s vorbei mit seiner Not.

Mittlerweile, der Tod hat keine Eile, sind gegangen ins Land fünf Jahr

umgezogen ist er in `ne kleinere Wohnung, kein Licht verirrt sich dort hin,

zu ebener Erde, Hinterhof, Pflegestufe 1, zweimal die Woche kommt der Pflegedienst,

die schaffens grad mal einzukaufen in der Stund, die ihm zusteht.

Aber da ist noch eine Frau die er bezahlt und die ihm sauber macht und manchmal was zu Essen bringt.

Oberschenkelhalsbruch war vor zwei Jahren, nur leider habn sie ihm eine zu lange Stange in den Knochen gemacht, Kunstfehler, keiner spricht drüber, wird nochmal operiert, die Schmerzen gehn trotzdem nicht weg, es gibt ja starke Tabletten und Bier, so bringt er sich über den Tag.

Jetzt müssen auch noch die Krampfadern rausoperiert werden und der Hautkrebs ist wieder stärker geworden, muss operiert werden.

Allerdings sind ihm neulich vier Zähne aus der Prothese rausgebrochen, also braucht er eine neue und der Hautkrebs und die Krampfadern müssen warten. Ich begleit ihn jetzt immer zu seinen Zahnarztterminen, letztes Jahr hatte ich um die Zeit viele eigene.

Er fällt jetzt oft um, plötzlich und weiß nicht warum.
Dabei kams zu einem Beckenbruch, eine Woche Krankenhaus,
dann da raus, wieder nach Haus.
Er hoffte noch dass das heilt.
Saß und lag auf seinem Sofa, hat fast nichts mehr gegessen,
irgendwann ist er da für immer eingeschlafen.

Er war ein guter Mann.

02.11.09

Starrer Sinn

Heute morgen, der wilde Mann, mit dem großen Hund kommt an,

schreit ganz laut: Das Schwein, Du Schwein, ich hau Dir in die Fresse rein,

schreit das in die Welt hinein.

Ich in meiner Seelenruh, schau dem wilden Kerl da zu,

wie er schreit: Das Schwein, das Schwein, schau ich ihm ins Aug hinein.

Drauf vertraulich er mir sagt, was an seinem Herzen nagt:

Dass, heut morgen, ne blöde Sau, umg´fahrn hat ne schwangre Frau.

Ich nun von Herzen das bedauer, er meint, das läge an der Mauer.

Seit die offen von Ost nach Westen, vieles nicht mehr läg´ zum Besten.

D´rauf ich dem guten Mann nur sag, dass´s Unglück gab schon alle Tag.

Er ist nur grad so sehr in Fahrt, dass immer wieder er beharrt,

es läge an der offnen Mauer, was er seit eh und je bedauer.

Aufg´wachsen sei er in dieser Stadt, doch so was es früher nicht geben hat.

Und hat man erst ein Urteil g´fällt,der Kopf sich nimmermehr erhellt.

Und ist Dein Sinn dann nur noch starr, hast Du zwar g´lebt,

doch umsonst es war.

09.11.2009

20 Jahre Mauerfall

(Aus Anlaß der Feierlichkeiten zur Öffnung der Berliner Mauer vor 20 Jahren)

Auf dem Rücken der Geschichte tummeln sich gar viele Wichte.

Und dem Wahren, Guten, Schönen allesamt tun gern sie frönen.

Wähn´n sich auf der Höh´ der Zeit, und ist´s dann für sie soweit,

und sind selber sie Geschichte, Zeit macht diesen Traum zunichte.

In dem sogenannten Heute, gibt es ach so viele Leute,

die denken, dass alles sie machen richtig und was falsch sei nichtig.

Denken dies mit bestem G´wissen, eines tun sie wohl vermissen,

dass der Zweifel, ob´s sei wahr, kommt erst dann, viel spät`re Jahr.

Wenn sich irgendwann dann zeigt, im Rückblick auf die eigne Zeit

was so selbst sie haben vergeigt, wähnend sich auf der richt´gen Seit.

Tun aber richten immer gern, rufen an den großen Herrn,

dass für sie er nur bezeuge, und das Böse sich schnell beuge.

Sehn nicht, dass sie selber blind, dass´s schaden tun dem eignen Kind,

und so sind es diese Wichte, die da machen den Lauf der Geschichte.

Früher war´s der böse Jude, dem verbrannt Du seine Bude,

später der Befehl zum Schießen, den ausg´führt Du, wollt einer über´d Grenz sich verpissen.

Zu all diesen Zeiten gab´s das Gesetz, das aufrief Dich zur Menschenhetz,
und du, als Teil der großen Masse warst dir ganz sicher, sagtest:
Ich hasse, die , die nicht so sind wie wir, und trankst zufrieden noch ein Bier.

Und heute?

Denkt Ihr ihr seid frei Ihr Leute? Frei vom Irrtum der Geschichte,

wie ihr das nachher immer nennt, während die Welt munter weiterbrennt.

Und habt das Recht zu richten? Wer richtet Euer Recht?

Was macht Dich so sicher, dass dein jetz´ges Recht für die späteren nicht schlecht?

Doch ich versteh:

Es wird geächt´t, was heute Du als falsch erkennst, auch um Dich selber zu bewahren,

gleich´s nicht zu tun in spät´ren Jahren.

Und da der Mensch sich selbst nicht kennt,kann sicher seiner er sich nicht sein,

und da er den Moment verpennt, Geschichte meist ihn überrennt,

und zwingt ihn mitzumachen, ach,

was später er erkennt als Schmach, nur weil er selber war nicht wach.

02.12.09

Streit der Türme oder

die Lüge von der Toleranz

(Aus Anlass des Verbots in der Schweiz, ein Minarett zu errichten)

Sollst nur glauben an einen Herrn, nur den einen hab Du gern,

wenn Du nur befolgest dies, kommst Du auch ins Paradies.

Verneige Dich vor meinem Turm, der Herr sagt zu dem Erdenwurm

Und willst ihm den Tribut nicht zahlen, leiden sollst Du Höllenqualen.

Dies gesagt, ganz absolut, tut dem Menschlein gar nicht gut.

Doch es gibt gar manche Götter, sind’s auch meist nur Liebestöter.

Denn Menschen, die schlafen in ferneren Betten, die neigen sich vor Minaretten,

hab’n  alle auch nur den einen Gott, daraus entspringt die meiste Not.

Kommt Türke dann ins Abendland, der Christen Herr ihm nicht bekannt,

möcht´ beten gern zum eignen Herrn, baut ihm ein Minarett dann gern.

Drauf schreit die ganze Christenheit, das geht jetzt wirklich viel zu weit, pfeift auf die Religionsfreiheit.

Schreit:

In diesem Land nicht tun wir schätzen,andrer Leute fremde Götzen.

Und jetzt mal still, unter der Hand, meist sind wir ziemlich tolerant,

doch steht’s schon lang in jeder Fibel, und längst auch in der alten Bibel,

dass der Herr da ganz allein, soll unser aller Vater sein.

Den andern Herrn könn´wir nicht dulden, das unserm Herrn wir tuen schulden.

Muselmann auf sein’n Herrn tut schwören, mit dem Schwert möcht` er Dich bekehren,

lieber seist Du tot als ein alter Christ, dies ihm eine Tugend ist.

Drum sag ich Euch, ihr lieben Leut´, der Glaube ist’s der Euch entzweit,

Glaube ist’s, der macht Euch blind, sehn tut´s jedes sehn’de Kind.

Denn glaubt Ihr denn, es hat jeder Recht? In jedem Falle geht das schlecht.

Der eine sagt, was der andre sagt, und keiner von beiden hinterfragt,

ob´s mit seinem Gott ist wahr und wirklich zu wissen,

das herzlich tu ich hier vermissen.

Und darum hat der Christenhans, erfunden gleich die Toleranz,

Absolutheitsanspruch relativiert, und sagt laut trotzdem, was sich ghört.

Und da der einzge nicht ist er, der sagt, wes richtig ist wes Herr,

er damit auch flugs umgeht, dass ständig man nur streiten tät.

Doch willst bau´n ein Minarett im Christenland, und Allah preisen,

da wird´s sich wohl sehr schnell erweisen, dass´s vorbei ist mit der Toleranz,

das sagt dann laut der Christenhans.

Toleranz, ein Wort ist´s nur, kein schönes auch,

das sagte mir schon je mein Bauch.

Und was mir macht gewiss auch Sorgen, dass Intoleranz drin ist verborgen.

Und sollt´s denn geben diesen Gott, nicht machen könnt er solche Not,

für alle wär´ der eine er, für alle wär´s dann nicht so schwer,

nicht jeder müsste sagen:

Meiner

und alle könnten sagen:

Einer.

Aber, weißt Du was, es gibt ihn nicht,

der Mensch hat ihn sich selbst erfunden und ist seither daran gebunden.

Von der Gottesidee befreit bliebe für jeden nur Menschlichkeit

sie die einz´ge ist, die nicht entzweit.

11.12.09

Tanz auf der Straße

Jeden Tag mit flinkem Besen,früh schon bin ich da gewesen,

in dem großen Restaurant, in der Stadt gar wohlbekannt.

Und wie der Besen mit mir swingt und durch dynamische Bewegung,

entsteht so eine Art von Regung, die dem Tanzen ähnlich ist.

Eines Morg´ns, in diesem Sommer, vor dem Lokal beschwingt ich am Fegen,

kommt von Ferne mir entgegen, ein Mann, den lang´ ich kenn vom Seh´n,

manchmal tun wir auch da stehen, wechseln wohl ein paar der Wort,

und dann geht er wieder fort.

Ich, ihn also seh´ von fern, zeig ihm ´ne steile Tanzbewegung,

das bringt den Mann sogleich in Regung, und was tut er da gleich gern?

Selber fängt er an zu Tanzen, näher kommt er mit leichtem Schritt.

Arbeit´t wie ich in ein´m Lokal, das entfernt nur manches Haus,

da´s aber kleiner ist wie meins, kommt er meist auch früher raus.

Das Lokal heißt Ali Baba, arab´sche Pizza gibt es dort

und der Mann selbst ein Araber, macht lang den Job schon an diesem Ort.

Und seit jenem frühen Morgen, tanzen wir ein paar flotte Schritt´,

und es ist auch nicht verborgen, die ganze Straße kriegt das mit.

Und wie das so spontan entsteht, so manchem der Spaß dran nicht entgeht,

in manchem Gesicht erweckt es Freude, in dem Moment sind wir glückliche Leute.

Und was sagt mir die Geschicht´?

Oder weißt Du´s etwa nicht?

Den Moment nicht verpennt, wer spontan um´d Häuser rennt

21.12.09

Weihnachten

Weihnachten, o Fest der Liebe, ach, dass immer Weihnacht bliebe,

und die Liebe allemal, walte fort in jedem Tal.

Aufheb´sie den ständ´gen Zwist, der da in den Welten ist.

Kinderlachen, Freudentränen, mög´ den Mammon dort beschämen,

wo er sich von andern borgt, nicht zahlt z´rück, um sich selbst nur sorgt.

In der großen competition, alle woll´n wir da mitmischen,

woll´n alle vom Kuchen das größte Stück, und die andern bleib´n zurück.

Und Weihnachten, das kann uns heilen,

Erinnerung ans inn´re Kind, als bereit wir war´n gern zu teilen,

und nicht noch verdorb´n wir gword´n sind.

Als noch nicht gemacht Erziehung, hat aus uns mal dies, mal das,

und obwohl sie war wohl nötig, zur Lieb´ hinzug´fügt sie hat den Hass.

Auf das andere, das Fremde, andern Glauben, Nation auch,

und in dem schwarzen Kämpferhemde, an der Grenz´wir stehen, Bauch gegen Bauch.

Und so dergestalt entzweit, alles in uns danach schreit,

ob wir´s wissen oder nicht, dass die Liebe ganz allein, mög´ in unsern Herzen sein.

So bleibt denn heute sich zu fragen, ob bereit wir sind zu tragen, alte Lasten, Glaubenssätze,

die längst schon als verkehrt erkannt, des öftern d´Erd sie hab´n verbrannt.

Wer bin ich, sei die einz´ge Frage, zu fragen aus dem Meer der Fragen,

Und Du, nur Du kannst Dir die Antwort sagen.

4.10.16

Wenn Du merkst Du hast nen Tick

Wenn Du merkst Du hast nen Tick, probier mal diesen Trick.
Setz Dich einfach still mal hin und schau was ist innen drin.
Der Atem geht aus und ein, Gedanken werden da auch sein,
Folg einfach nur dem Atem und laß die Gedanken warten,
doch wenn sie da sind laß sie ziehn, geh immer wieder zum Atem hin.
Am Besten machst Du das jeden Tag dann wirst Du bald sehn,
vorbei ists mit dem Tick und wieder ist es da dein Glück,
so einfach kann das gehn, machs nur, Du wirst es sehn.

10.01.13
Der Meisenknödel

Co-Produktion von Eva Gartlgruber, +06.01.17 und Premdharma Gartlgruber

Prem: Vor der Meisen Kopf der Knödel,
dreht sich wild vor ihrem Schädl,

Eva: kommt dann auch der Spatz und Fink,
dreht er sich drum doppelt flink,

Prem: da gibts kein Streiten, gibts kein Hacken,
alle können sie dann kacken,
was aus dem Knödel sie rausgepickt.
Drum sei gelobt der Meisenknödel,
dreht auch noch so schnell er sich,
vor der hungrigen Vögel Schädel.

Eva: Rotkehlchen, Kleiber, Specht
sagn, ja, das ist nicht schlecht
aber so ein Meisenknödel
ist ja doch ein rechter Blödel
die wahren Delikatessen,
die haben sie vergessen:
Erdnuss, Sonnenblumenkern und Co
machten uns so richtig froh
schaukeln ist was für die Kleinen
wir stehn daneben und weinen,
piep

Prem: Doch kommt der Frost mit seinen Klauen,
dann kommen sie alle mit ihren Frauen und picken raus,
was das Zeug denn hält.
Leckereien sind für Feiertage,
doch im Alltag mit seiner ganzen Plage,
können froh sein all diese Spatzen, dass’s was gibt hierjetzt zum Atzen.
Drum sei gepriesen der Knödel der Meisen,
auch die andern Vögel sollten ihn preisen,
und sich erinnern in ihrem Hirn,
dass er ja heißt nicht Spechtesknödel,
noch Rotkehlchens, noch Kleibers Dödel,
nein,
allein sein einzger Sinn und auch Bestimmung die Meis zu atzen ist, das ist was Rotkehlchen und Co oft vergißt, nennt ihn dann Blödel, den Armen, zu Unrecht oft verkannten Meisenknödel.
Drum sing ein Lied ich Dir, Du Knödel,
ich sing es laut aus meinem Schödl, dass’s hörn soll all die bunte Vogelschar,
dass ein Meisenknödel nie was anders war als ein Knödl der Meisen,
damit sie singen wieder ihre Weisen, im Frühling wenn die Sonne scheint.

Meise, oh Meise, singe Deine Weise!

Eva: tirili tütü tirili grüü grüü

©Premdharma S. Gartlgruber

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